Wir überprüfen Sprichwörter. Heute: Neue Besen kehren gut

Mein lieber Kollege Werner Siebers, das Kantholz aus Braunschweig, mit dem zusammen ich nahezu ein Jahr lang im sog. Bulgari-Verfahren verteidigt habe, kommentierte einen meiner Blogbeiträge wie folgt:

Alte Krawallschachtel, so kennt man ihn, den Besen aus Ko ;-))))
Ich wurde in der Vergangenheit schon als „Trümmerkuh“ (ein Staatsanwalt) und „Hexe“ (ein gegnerischer Kollege in einem Zivilprozess) benamt. Dagegen nimmt sich „Besen“ fast schon niedlich aus. Von den Bezeichnungen nehme ich übrigens nur die „Hexe“ ein wenig übel. Die „Trümmerkuh“ stammt von einem durchaus geschätzten Staatsanwalt, der zwar zu klaren Worten neigt, aber nie unfair ist.
Das Sprichwort: Neue Besen kehren gut (aber die alten kennen die Winkel besser) meint, dass Neuerungen viel bewirken können bzw. eine Person, die gerade neu in einem Job ist, besonders motiviert ist, wohingegen eine erfahrene Person manche Winkel(züge) kennt, die einem Anfänger nicht bekannt sind.
Demnach bin ich eine Mischung aus altem, neuem und noch ein paar anderen Besen. Mit 14 Berufsjahren durchaus erfahren, dabei immer noch neugierig und motiviert kehre ich auch schon mal ganz gerne mit eisernem Besen und habe vor Ãœberraschung auch schon den ein oder anderen Besen gefressen. Manchmal bin ich auch das, was der Kollege Siebers meinte: ein schlimmer Besen. 
Ergebnis: das Sprichwort stimmt.
Gleich mache ich Feierabend und schwinge mich auf meinen Besen um nach Hause zu reiten. 😉