Wenn Hoffnung und Wirklichkeit aufeinander treffen

Prozess vor dem Landgericht Braunschweig: „Das ist kein Kindergarten. Da geht es um die Mafia.“ Ein 26-Jähriger soll Teil im Getriebe der organisierten Autoschieberei nach Litauen gewesen sein.

Dem kriminellen Leben aber hat er, wie er beteuert, schon vor seiner Verhaftung abgeschworen. „Ich sage nicht, dass ich unschuldig bin. Aber meine Familie hat mich verändert“, sagte er gestern im Prozess vor der 8. Großen Strafkammer des Braunschweiger Landgerichts.

Als Mitglied einer Autoschieberbande soll der 26-Jährige laut Anklage am Diebstahl von 31 Autos und Baufahrzeugen auch in Braunschweig und Region beteiligt gewesen sein. Schaden: 480 0000 Euro. Als Resident in Deutschland, so der Vorwurf, habe er die Autoschieberei vor Ort organisiert.

Ein Vorwurf, dem der Angeklagte allerdings widerspricht: Er habe lediglich die Halle in Hundisburg (Sachsen-Anhalt) nahe der A 2 angemietet, in der die gestohlenen Autos vor ihrem Transport nach Litauen zerlegt wurden. „Ich war kein Organisator. Die Organisatoren sitzen in Litauen und schicken ihre Arbeiter nach Deutschland.“ Die Hintermänner hätten große Häuser und Wohnungen am Meer. Er dagegen habe nicht mal seine Telefonrechnung bezahlen können.

Der 26-Jährige wurde einen Monat nach der Geburt seines Kindes verhaftet. „Die Polizei hat damals zu mir gesagt: Wenn Sie wieder rauskommen, geht Ihr Kind zur Schule. Das hat mich schockiert.“ Eine höchstens fünfjährige Freiheitsstrafe hatte das Gericht bei einem umfassenden Geständnis in Aussicht gestellt. Der Angeklagte hofft auf zwei Jahre auf Bewährung.

Quelle: newsclick

Sicher keine leichte Aufgabe für die Verteidigung, das zu erreichen, was der Mandant sich vorstellt.