Unschuldig durch die Mühlen der Justiz gezogen …

… wurden zwei Lehrer.

Nach Aussage des einstigen Schülers hätten sie ihn bereits im Januar 2001 am Verlassen der Toilette gehindert und genötigt, die Beschädigung eines Handtuchhalters zuzugeben. Er sei ins Sekretariat geflüchtet, wo ihn die beiden längere Zeit eingeschlossen hätten. Erst als er rief, er würde aus dem Fenster springen, hätte die Schulsekretärin ihn befreit.

Das war die Anschuldigung eines Schülers, der die Schule verlassen mußte, nachdem er mit rechtsradikalen Äußerungen provoziert habe.

Bereits nach wenigen Minuten der Beweisaufnahme hatten Staatsanwalt und Richterin jedoch genug gehört, um sich für einen Freispruch zu entscheiden, zumal auch die Sekretärin den Vorfall nicht bestätigte.

In seinem Plädoyer rügte ein Verteidiger die Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft, die nach Vernehmung des unglaubwürdigen Zeugen das Verfahren hätte einstellen müssen. Stattdessen wurden die beiden Pädagogen zwei Jahre unschuldig „durch die Mühlen der Justiz gezogen“.

„Das tut schon sehr weh“, sagte der 53-jährige Schulleiter in seinem Schlusswort.

Darüber berichtete die taz am 14.12.06.

Daß man nun ein Verfahren gegen den ehemaligen Schüler wegen falscher Verdächtigung eröffnet, ist sicher. Aber wer kümmert sich eigentlich um den nachlässig arbeitenden Staatsanwalt? In aller Regel niemand. Auch das ist sicher.

Ein Gedanke zu „Unschuldig durch die Mühlen der Justiz gezogen …“

  1. Ja, leider kümmert sich in der Tat niemand um den nachlässig arbeitenden Richter oder gar säumigen Staatsanwalt.

    Es gibt auch Fälle, indem die Verfahren nicht eingestellt, sondern die Beschuldigte sogar falsch verurteilt wurden.
    Die Anzeigen wegen falsche Verdächtigung, Gerichtsmißbrauch…., wurden zum „Schutz“ der betr. Richter/ Ansehen der Justiz, von der Staatsanwaltschaft einfach nicht bearbeitet. Wodurch die Beschuldigten in ihren Schäden und Schmerz im Stich gelassen wird.

    Ky

Kommentare sind geschlossen.