U-Haft: Der Berliner Soziologe berichtet

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Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 18. Oktober 2007 den Haftbefehl gegen den Berliner Soziologen aufgehoben, der aufgrund schwacher Indizien in Untersuchungshaft genommen wurde. In einem Interview berichtet der Wissenschaftler über seine Erfahrungen im Knast:

Ich habe 23 Stunden in der etwa sieben Quadratmeter großen Zelle verbracht, die mit Stuhl, Schrank und Toilette voll gestellt war. Einmal täglich durfte ich für eine Stunde in den Hof, mit zwei anderen Personen. Nur mit einem konnte ich reden, der andere konnte kein Deutsch. Wenn meine Anwältin oder meine Familie zu Besuch kam, trennte uns eine Panzerglasscheibe, und alle Gespräche wurden aufgezeichnet.

Quelle und das vollständige Interview: Tagesspiegel

Ein Gedanke zu „U-Haft: Der Berliner Soziologe berichtet“

  1. Bis heute war ich der Ansicht, dass seltsame Haftbedingungen überwiegend im Freistaat Bayern zu finden sind worüber ich hier http://82megaohm.wordpress.com/2007/09/02/bayerisches-rechtsverstandnis/ auch mal etwas geschrieben. Ist es eine Form der rechtsstaatlichen Sonderbehandlung für angebliche Terroristen wenn das vertrauliche Gespräch mit dem Anwalt aufgezeichnet wird?

    Das es peinliches Verhalten der Justiz gibt erlebe ich seit einem Jahr zwar am eigenen Leib, aber der Fall von Andrej schlägt dem Fass den Boden aus.

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