„Sportbetrug“ – bald neuer Straftatbestand?

Spätestens seit der Tour de France ist das Thema Doping wieder in aller Munde. Beim gestrigen Dopinggipfel wurde darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, dopende Sportler künftig zu kriminalisieren und mit einem Straftatbestand zu belegen. Bislang werden dopende Sportler von der Sportgerichtsbarkeit mit Wettkampfsperren belegt.

Sollte künftig noch ein Straftatbestand hinzukommen, etwa durch eine Änderung des Arzneimittelgesetzes dahingehend, dass nicht nur das Inverkehrbringen von Dopingsubstanzen strafbar ist, sondern auch deren Einnahme, dann bin ich jetzt schon gespannt, welche praktischen Auswirkungen das hat.

Werden dann richterliche Beschlüsse erlassen, wonach sich Verdächtige Dopingkontrollen unterziehen müssen? Noch spannender die Frage: wie wird ein Sportler verdächtig? Dadurch, das zivile Polizeibeamte etwa in Sportstadien in- und außerhalb von Wettkämpfen nach Sportler mit verdächtiger Steroidakne Ausschau halten? Sind Bodybuiler, Hammerwerfer und Kugelstoßer schon qua Sportart verdächtig? Wird es Kronzeugenregelungen ähnlich dem § 31 BtmG geben? Und vor allem: wird der Sport dadurch „sauberer“ werden?