Sparfuchs beim Amtsgericht Koblenz

Das schlägt dem Fass den Boden aus! Da meint das Amtsgericht Koblenz (NStZ-RR 2006, 288):

Soweit der frühere Pflichtverteidiger im Erinnerungsverfahren dargetan hat, ein Akteneinsichtsgesuch an das Gericht gestellt zu haben und den Mandanten angeschrieben zu haben, so rechtfertigt dies keine Abänderung der angefochtenen Entscheidung. Das Abfassen der beiden Formularschreiben stellt keine so geartete Tätigkeit dar, die den Kernbereich der Verteidigung umfasst, sondern erst die Einarbeitung in den Rechtsfall ermöglichen soll.

Es gab also keinen Cent. Das ist schon heftig. Der auf diese Weise um sein Geld gebrachte Kollege sollte erwägen, die Staatsanwaltschaft überprüfen zu lassen, ob dem Kollegen bei seiner Bestellung nicht vorgespiegelt wurde, für seine Tätigkeiten auch bezahlt zu werden, obwohl man das gar nicht vor hatte.

Oder man denkt diese von Herrn Justizoberamtsrat G. M. veröffentlichte Entscheidung weiter und überprüft zukünftig, ob im Öffentlichen Dienst stehende Personen jedenfalls für die Zeit nicht bezahlt werden, in der lediglich Unsinn produziert wird.

Ein Gedanke zu „Sparfuchs beim Amtsgericht Koblenz“

  1. Krass! Als Referendar in einer Kanzlei die aus vier Verteidigern besteht, hat man manchmal sowieso den Eindruck, dass man als Pflichtverteidiger einen guten Teil seiner Zeit damit verbringt sich mit den Urkundsbeamten der Geschäftsstellen und dem Bezirks-Revisor herumzuärgern und um Gebühren zu zanken.

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