Skandal um Atommüll-Lager Asse: Krebs bei Mitarbeitern

Die Horror-Befürchtung von Mitarbeitern von Einrichtungen, bei denen man gesundheitsliche Strahlenschäden befürchten muss, nämlich die Erkrankung an Krebs, bewahrheitet sich jetzt nach und nach bei Personen, die im skandalumwitterten Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel in der Nähe von Braunschweig eingesetzt waren.

Die Zahl früherer Asse-Mitarbeiter, die an Krebs leiden oder gelitten haben, steigt. Zwei weitere Fälle sind bekannt.

„Wir werden in den nächsten Tagen drei Personen anhören“, sagte der (einer der unzähligen) Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, Joachim Geyer. Alle seien offenbar gesundheitlich betroffen. Bei einem 59-jährigen Wolfenbütteler war nach Informationen der Braunschweiger Zeitung im Dezember 2005 ein Rachenkarzinom festgestellt worden. Der Mann arbeitete nach eigener Aussage von Februar 1988 bis Ende 1992 in der Asse.

Wie der an Leukämie erkrankte Eckbert Duranowitsch war er in der „Gruppe Geotechnik“ eingesetzt. „Wir haben unter anderem Bohrlöcher mit Laugen verfüllt“, so der Mann zu der Braunschweiger Zeitung. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat zum Fall Duranowitsch ein Gutachten in Auftrag gegeben. Der frühere Asse-Betreiber, das Helmholtz-Zentrum München, hat Vorwürfe einer gesundheitsgefährdenden Strahlengefahr für Asse-Mitarbeiter bereits im Fall Duranowitsch zurückgewiesen.

Diese Woche war bekannt geworden, dass in der Asse radioaktiv belastete Laugen bereits 1988 umgepumpt wurden. Wie hoch sie belastet waren, ist aber unklar. „Wir prüfen, ob es außer 1988 weitere Fälle gab“, so die Staatsanwaltschaft.

FAKTEN:

Asse II: In dem Bergwerk lagern rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelaktivem Atommüll.

Stabilität gefährdet: Die Standsicherheit ist laut neuer Berechnungen bis 2020 gegeben, falls nicht mehr Lauge als bisher in das Bergwerk eindringt.

Neuer Betreiber: Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die Asse zum Januar 2009 übernommen. Es prüft, ob und wie Atommüll wieder herausgeholt werden kann.

Quelle: newsclick

2 Gedanken zu „Skandal um Atommüll-Lager Asse: Krebs bei Mitarbeitern“

  1. Kann denn überhaupt nachgewiesen werden, dass da ein Zusammenhang besteht? Schließlich bekommen auch Menschen, die nicht einer radioaktiven Strahlung ausgesetzt worden sind, Krebs.

  2. Zumindest der zitierte Teil des Berichts verliert kein Wort über die übliche Inzidenz und die unter den Mitarbeitern.

    Dann wird pauschal von „Krebs“ berichtet, ohne zwischen den durchaus mannigfaltigen Arten zu differenzieren.

    Die Erwähnung von Leukämie erfolgt schließlich, ohne zu berücksichtigen, daß die Ursache dieser Erkrankung noch nicht einmal fest steht, und daß ionisierende Strahlung nur eine der vielen möglichen Ursachen ist, neben Viren, genetischer Vorbelastung und früheren medizinischen Behandlungen.

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