Rote Zora vor dem Kammergericht

Im Dezember tauchten zwei Mitglieder der „Roten Zora“ aus der Illegalität auf. Jetzt stehen sie vor Gericht, unter anderem wegen der Beteiligung an Sprengstoffanschlägen

Erfolgreich entzog sich Adrienne G. 19 Jahre lang dem Zugriff der deutschen Ermittlungsbehörden.

beginnt die taz vom 10.4.2007 einen Bericht über die „sozialrevolutionäre, feministische Befreiungsbewegung“ Ende der 80er Jahre.

Wer sie in den letzten beiden Jahrzehnten unterstützte und wo sie sich aufhielt, möchte Adrienne G. gerne für sich behalten. „Es ist uns nicht schlecht gegangen in diesen 19 Jahren“, sagt Adrienne G.

Schon gar nicht, wenn man es mit den Umständen der Mehrzahl derjeniger vergleiche, die in dieser Zeit aus ähnlichen Gründen illegal in Europa lebte. „Wir hatten Platz zum Wohnen und Gelegenheit zum Arbeiten, wir hatten Geld zum Leben und Papiere zum Reisen, wir hatten uns, wir waren nicht krank und hätten es vermutlich noch eine Weile durchhalten können.“ Doch aufgrund der nicht enden wollenden Verjährungsfristen „mussten wir uns entscheiden, den Rest unseres Lebens in der Illegalität zu verbringen, oder nach Möglichkeiten suchen, zu vertretbaren Konditionen zurückzukehren“.

Der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt. Die Hoffnung geht in Richtung einer Freiheitsstrafe von maximal 2 Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann.