Prominenz

Die Beschuldigten wurden nach ihrer Festnahme dem Haftrichter vorgeführt. Das Ermittlungsergebnis ist ein wenig verwirrend, aber der eigentliche Tatvorwurf scheint – aus Sicht der Ermittler – klar nachweisbar zu sein. Haftrichter und Staatsanwalt sind entspannt.

Dann kommt es bei einem der Beschuldigten zu einem Verteidigerwechsel. Die Verwandschaft hatte eine der Berliner Größen aus dem „Verteidiger-Zirkus“ beauftragt; der bis dahin für den Beschuldigten tätige Kollege packt seine Sachen.

Insbesondere der Staatsanwalt wird nervös: „Wenn der Beschuldigte von sooooo einem Verteidiger vertreten wird, dann ist an der Sache wohl doch noch weeesentlich mehr dran, als wir bisher annahmen. Den kann sich doch kein normaler Täter leisten.

So kann einem Verteidiger gute Arbeit, die er in der Vergangenheit geleistet hat, auch auf die Füße fallen. Hoffentlich nicht auch auf die des Mandanten und der anderen Mitbeschuldigten.