Pokern mit der Frau Staatsanwältin

Die Beweislage gegen meinen Mandanten war dünn, die Richterin kannte ich nicht. Um eine Verurteilung zu vermeiden, regte ich mit einigen naheliegenden Argumenten an, nach § 154 StPO zu verfahren. Die Frau Staatsanwältin schwankte und war dann sogar bereit, mit dem Anklageverfasser zu telefonieren, der (glücklicherweise, denn der hätte fast sicher zugestimmt) nicht erreichbar war. Die Richterin hatte schon erklärt, dass sie einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft nachkommen würde.

So richtig rechnete die Sitzungsvertreterin der Staatsanwaltschaft offenbar nicht damit, dass ich für den schweigenden Angeklagten im Plädoyer noch eine denkbare Sachverhaltsvariante darstellen könnte, an der das Gericht nur schwerlich vorbeikommen würde, pokerte und beantragte mit einiger Überzeugung die Verurteilung zu einer – milden – Geldstrafe.

Dann kam von mir die denkbare und nicht fernliegende Variante, von der mir mein Mandant berichtet hatte, und schon hatte die Staatsanwaltschaft statt eines 154 StPO einen Freispruch.

Hat mir gut gefallen. Danke dem fairen Gericht.

4 Gedanken zu „Pokern mit der Frau Staatsanwältin“

  1. Ich versteh kein Wort. 😉 Irgendwie fehlen da ein paar Wörter. Oder es ist einfach zu verwurstelt.

  2. @ 2: Wer weiß, ob sie’s müssen. Aber möglicherweise wollte sie es, um sich genauer zu erkundigen, worum es in der anderen Sache überhaupt geht.

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