Plädoyer wie geleckt – leider abgelesen

Das war die Stunde des Staatsanwaltes. In einem Verfahren wegen Doppelmordes vor dem Landgericht Braunschweig, bei dem einer der Angeklagten nicht geständig ist, wurde den Zuhörern ein inhaltliches und grammatikalisches Wunderwerk der Sprachkunst abgeliefert – leider nur abgelesen, keine freie Rede, kleine Ablesefehler, vielleicht hätte man die Interpunktion auch noch gleich vorlesen sollen, dann wäre auch das letzte Leben aus dieser Lesestunde gewichen.

Sei es wie es sei, Beschäftigung mit den eigenen Thesen, Ausblenden von Widersprüchen, miesepetriges Verdammen eines nicht genehmen Gutachtens – die objektivste Behörde der Welt hat mal wieder gezeigt, dass Einseitigkeit ihr liebstes Hobby ist.

6 Gedanken zu „Plädoyer wie geleckt – leider abgelesen“

  1. Das ist mir vor 10 Jahren beim LG Darmstadt auch passiert. Angeklagt war ein versuchter Mord mit einem Rattenschwanz von Sexualdelikten hintendran. Nach mehreren anstrengenden Verhandlungstagen ein letzter Fortsetzungstermin praktisch nur vor die Schlußvorträge. Ich mach mir ein Gerüst, das von Stunde zu Stunde immer marginaler wird um mit freier Rede glänzen zu können, und der Herr OStA liest vom Blatt ab… 😛

  2. Ist nur ganz schön Lächerlich. Vielleicht wäre ein Job bei als Tagesschausprecher besser.

  3. Werner, da stimme ich zu, wie sagt Rudi Karrel immer: Laß Dich überraschen es wird ein Wunder geschen.

  4. Das ist ja echt sehr peinlich.Es ist eigentlich ganz normal und das ist das schlimmste!Man muss solche Situationen einfach akzeptieren.Danke.

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