Moderne Zeiten, doch noch nicht überall…

Es war einmal ein Rechtsschutzversicherer, der Anwalts Liebling war oder zumindest sein wollte. Dort ist ein Mandant versichert, den ich erfolgreich verteidigt habe. Das Verfahren wurde eingestellt. Also Kopie der Rechnung an diesen Versicherer mit der Bitte um Ausgleich.

Heute waren zwei Briefe in der Post. Der erste enthielt die Abrechnung der Gebühren. Als ich dort keinen Abzug von der Rechnung bemerkte, schwante mir böses. In dem zweiten Brief konnte nur eins sein:

ein VERRECHNUNGSSCHECK :-O

Für die Jüngeren unter den Lesern: das ist ein Fetzen Papier, den man mit einem umständlich ausgefüllten weiteren Fetzen Papier zu seiner Bank bringen muss und dann vielleicht irgendwann mal („Eingang vorbehalten!“) sein Geld auf dem Konto hat. Bekannt im vergangenen Jahrtausend.

Die Sekretärin am anderen Ende des Telefons konnte der dort geführten Akte zuerst noch nicht mal entnehmen, dass man mir so einen Wisch geschickt hat. Sie hat auch nicht kapieren wollen, dass durch die Ãœbersendung dieses Fetzens keine Erfüllung eingetreten ist (§§ 362, 364 BGB). Das haben die jetzt noch mal schriftlich bekommen.

Wieder mal ein Beleg dafür, dass man um solche Läden am besten einen ganz großen Bogen machen sollte.

Bernd Eickelberg Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Von-Eltz-Str. 12 30938 Burgwedel www.anwalt-burgwedel.de — JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs