Mit dem Gewicht des Staates im Rücken …

… ermittelte ein Staatsanwalt gegen drei Studenten. Ihnen warf der Strafverfolger die Vergewaltigung einer „exotischen Tänzerin“ vorgeworfen. Der Staatsanwalt war davon überzeugt, daß die Behauptung der Tänzerin, sie sei vergewaltigt worden, zutreffe. Deswegen ermittelte er einseitig und unterdrückte entlastendes Beweismaterial.

Die drei Studenten hatten Glück: Sie stammen aus finanzkräftigen Elternhäuser, die sich eine effektive Verteidigung leisten konnten. Am Ende richtet sich ein Ermittlungsverfahren gegen den Staatsanwalt. Wohl wegen Verfolgung Unschuldiger.

Die Studenten, von allen Vorwürfen entlastet, versammelten sich mit Mannschaftskollegen, Freunden und Eltern in einem Hotel. „Es war die Hölle und zurück“, sagte einer von ihnen.

Ein anderer, der 21-jährige Reade W. Seligmann, fügte hinzu, der Fall zeige, dass die Gesellschaft das fundamentalste Prinzip der Rechtsordnung aus den Augen verloren habe – die Unschuldsvermutung. Nachdenklich aber muss sein Nachsatz stimmen: „Wenn die Polizei und ein Staatsanwalt uns so plattmachen können, ohne irgendeinen Beweis, dann frage ich mich, was sie Leuten antun, die nicht unsere Möglichkeiten haben, sich zu verteidigen.

schrieb die Süddeutsche Zeitung am 12.4.07.

Das Ganze trug sich zu im US-Bundesstaat North Carolina. Das ist so weit weg von Deutschland nicht.

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