Microsoft hilft bei der Verteidigung gegen Raubsoft-Vorwurf

Microsoft stellt fest, daß etwa 20 % aller Windows-Installationen keinen gültigen Linzenzschlüssel haben:

Seit Juli 2005 wurden mehr als 300 Millionen Kopien von Windows mit Windows Genuine Advantage überprüft. Etwa eine von fünf Gültigkeitsprüfungen schlägt fehl, was bedeutet, dass die auf dem Computer installierte Kopie von Windows gefälscht ist. Die weitaus meisten Fehlschläge bei der Gültigkeitsprüfung (etwa 80 %) werden durch einen missbräuchlich verwendeten oder gestohlenen Lizenzschlüssel verursacht. Die restlichen 20 % der Fehlschläge beruhen auf den verschiedensten Ursachen, beispielsweise auf unerlaubten Änderungen, Hackerangriffen oder einer unerlaubten Umgehung der Produktaktivierung.

Microsoft liefert auch gleich die Erklärung mit: Nicht jeder Nutzer einer nicht linzensierten Kopie des Betriebssystem ist ein Straftäter. Häufige Szenarien seien folgende:

Reparaturwerkstatt

Das wahrscheinlich häufigste Szenario, in dem ein Benutzer unwissentlich eine gefälschte Windows-Kopie benutzt, beginnt mit dem Aufsuchen einer örtlichen Reparaturwerkstatt. In diesem Szenario stellt der Techniker die Reparatur mit Hilfe einer gefälschten Windows-Kopie fertig.

Der Schrauber im Markt ist es also. Oder der aus der Hinterhofwerkstatt:

Bekannte, die beim Einrichten oder Reparieren von Computern helfen

Wir alle haben Bekannte und Kollegen, die sich mit dem Einrichten und Reparieren von Computern beschäftigen. Diese Bekannten besitzen unter Umständen mehrere Kopien und Product Keys von Windows, mit denen sie rasch einen Computer zusammenstellen und testen können.

Es kann auch das Kinderzimmer schuld sein:

Eine Windows-Kopie auf mehreren Computern

Ein weiteres häufig auftretendes Szenario ist, dass die Lizenzbedingungen für Windows XP nicht genau beachtet werden. Jede Kopie von Windows XP ist für die Nutzung auf einem einzelnen Computer lizenziert. Oft installieren die Benutzer ihre Windows-Kopie jedoch auf mehreren Computern daheim (beispielsweise auf einem Desktop und auf einem Laptop oder auf einem Computer für die Kinder).

Eins, zwei, drei, meins ist eine weitere Variation

Kauf von gebrauchten Computern

Bei Gebrauchtwaren ist eine besonders kritische Prüfung angebracht. Dies gilt insbesondere für gebrauchte Computer. In diesem Szenario erwirbt ein Benutzer einen gebrauchten Computer mit einer funktionsfähigen Kopie von Windows.

Und schließlich kann es noch der Dealer an der Ecke sein:

Softwarefälschungen

In diesem Szenario erwirbt ein Benutzer eine scheinbar echte Kopie von Windows, einzeln oder zusammen mit einem Computer, von einem augenscheinlich seriösen Händler. Nach dem Kauf stellt der Benutzer dann fest, dass die Windows-Kopie gefälscht ist. Gefälschte Software lässt sich oft nur schwer erkennen.

Ok, diese Zusammenstellung dürfte ausreichen, so manchen Staatsanwalt davon zu überzeugen, daß eine Anklage wegen Nutzung einer Raubsoft auf dem heimischen Rechner nicht die erforderliche Erfolgsaussicht haben dürfte. Alternativen zu einer Straftat sind reichlich vorhanden.

Und noch eine frohe Botschaft:

Microsoft hilft

Nach einem Fehler bei der Gültigkeitsprüfung werden die Benutzer daher unmittelbar auf eine individuell angepasste Webseite umgeleitet, auf der sie … Vorschläge erhalten, wie sie dieses Problem beheben.

Bill Gates als Strafverteidiger? Ich würde mir gern seine Honorarvereinbarungen anschauen.