Manipuliertes Ermittlungsergebnis

Trickser

“Der Lewon hat uns verarscht!” Das sei die Ãœbersetzung der SMS, aus der man schließe, dass der Angeklagte mit dem Namen Lewon der dritte Täter des Einbruchs gewesen sei. Die Ãœbersetzung haben die polnisch sprechende Kollegin mitgeteilt, so der ermittlungsführende Polizeibeamte als Zeuge vor Gericht.

Zwei hatte man gefasst, einer der beiden hatte dann noch diese SMS an seine Freundin geschrieben, so dass der Schluss für die Polizei nahe gelegen habe, dass der Lewon der dritte nicht gefasste Täter war und einfach abgehauen war und seine Kumpels im Stich gelassen hatte.

Das passte alles, stand so im Ermittlungsbericht und war Grundlage der Anklage. Blöd jetzt nur, dass sich in der Hauptverhandlung herausstellte, dass der tatsächliche Text der SMS lautete: “Der Lewon hat uns verarscht. Wir haben auf den gewartet, der ist einfach nicht gekommen, wir sind dann alleine losgefahren.”

Mit “leichten” Ãœbersetzungsfehlern mag man leben können (müssen), wenn aber etwas eindeutig Entlastendes in sein Gegenteil verkehrt wird, sollen sich Polizeibeamte über das Ende ihrer Berufslaufbahn ernsthafte Gedanken machen.

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