Landgericht Hamburg: eingeschlagene Scheibe und geklautes Handy

Die Berufungsverhandlung lief eigentlich ganz gut. Es ging um eine Trunkenheitsfahrt, und es ist mir gelungen, die Fahrerlaubnissperre um sechs Monate zu drücken. Der Mandant war hochzufrieden.

Als ich dann auf mein Auto zuging, wunderte ich mich, dass ein blau-silbener mit blauen Hütchen vor meinem Auto stand. Okay, ich hatte wie immer keinen Parkschein gezogen, aber deshalb gleich ein Streifenwagen? Nix da, drei nette Polizisten, die gerade mein Auto aufräumten, weil irgendein zukünftiger Mandant eine Seitenscheibe eingeschlagen hatte, um ein Handy zu klauen.

Diese widerlichen kleinen Scheibenkrümel auf dem Sitz kosteten Zeit. Dann mit Schisack auf dem Sitz zu einer Tankstelle und die Reste ausgesaugt. Und letztlich die Feststellung, dass 270 km/h ohne Seitenscheibe ganz schön laut sind. Scheißtag!

Ein Gedanke zu „Landgericht Hamburg: eingeschlagene Scheibe und geklautes Handy“

  1. Herr Siebers,

    mein Beileid. Seien Sie aber versichert. daß nicht alle so sind. Es gibt nicht nur Diebe auf dieser Welt, sondern auch außergewöhnliche Exemplare – auf Seite von Verursachern und Geschädigten. Beides habe ich schon selbst erlebt.

    Aufgrund eines geplatzten Reifens habe ich mal die Kontrolle über meinen Motorroller verloren, der mich erst abwarf und dann gegen einen Golf1 schleuderte und diesen erheblich verunstaltete (Tür verbeult, Bodenkate an den Seiten verbeult, hintere Heckscheibe von Heckkoffer durchschlagen…)

    Der Geschädigte hätte ohne Weiteres die üblichen Reparaturkosten bekommen und dann – bis auf die Heckscheibe – auf die Reparaturen verzichten können, was ja nicht verboten, aber „subjektiv“ (aus Sicht des Verursachers) immer „unfair“ ist.

    Da kein Personenschaden zu beklagen war (Schutzkleidung sei Dank) haben wir – auf seinen Vorschlag hin – darauf verzichtet, die Polizei zur Unfallstelle zu holen.

    Und jetzt kommt der „Oberhammer“: „Machen Sie sich nur keine Sorgen wegen des Autos“, sagt er, „sie haben mit dem Roller schon genug am Hals. Außerdem war sich sowieso gerade auf dem Weg zum Schrottplatz.“

    Resultat: 550 DM Reparaturkosten am Roller, 0 DM am Golf. DAS war mal außergewöhnlich.

    Und die andere Seite? Eine Radfahrerin war mit einem auf dem Gepäckträger verlasteten Karton an meinem Außenspiegel hängengeblieben und hatte diesen umgelegt (von vorn nach hinten). Statt ihn einfach zurückzuklappen und weiterzufahren hat sie, einen Schaden befürchtend, die Polizei verständigt. Da sie nun schon auf diese Kosten hatte, habe ich ihr – zum Dank für ihre Ehrlichkeit – zumindest einen Strauß Blumen vorbeigebracht. Und auch dort wurde die Haltung geäußert „wenn ich schon etwas (kaputt-)mache, stehe ich wenigstens dazu und dafür grade“.

    Sie sehen also, es gibt auch tolle Menschen. Ihnen auch weiterhin alles Gute!

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