Keine Räucherstäbchem im Knast

Der Gefangene verbüßt zur Zeit zwei Freiheitsstrafen in der Teilanstalt III der Justizvollzugsanstalt Tegel. Er bekennt sich zum buddhistischen Glauben. Seit längerer Zeit benutzt er in seinem Haftraum Räucherstäbchen, die ihm von den Bediensteten der Justizvollzugsanstalt ausgehändigt wurden. Seinen Antrag auf gerichtliche Entscheidung vom 20. Januar 2006, ihm – erneut – Räucherstäbchen zur Abhaltung seiner buddhistischen Gebete auszuhändigen, hat die Strafvollstreckungskammer mit dem angefochtenen Beschluß abgelehnt.

Zu Recht, meinte der 5. Strafsenat des Kammergerichts am 10. November 2006 (5 Ws 597/06).

Der Besitz von Räucherstäbchen kann untersagt werden, wenn sich herausstellt, daß deren starker Duft die Kontrollen in Bezug auf Drogen und Alkohol behindern. Dies hat für den Beschwerdeführer auch einen konkreten Grund, denn er mußte bereits wegen Cannabismißbrauchs auf der Abschirmstation für Dealer untergebracht werden. Mithin sind effektive, nicht durch andere Gerüche erschwerte, Drogenkontrollen gerade bei diesen Gefangenen unerläßlich.

Wenn ich mir vorstelle, mit so einem Stinker auf einer Hütte sitzen zu müssen … Schönen Dank, auch. Die Entscheidung des Kammergerichts findet meine uneingeschränkte Zustimmung.

Den Wortlaut der Entscheidung findet man hier bei den Berliner Strafverteidigern.

Ein Gedanke zu „Keine Räucherstäbchem im Knast“

  1. v.a. wenn man bedenkt dass man im knast nicht einfach mal das fenster aufmachen kann um zu lüften. und 10qm sind ziemlich schnell vollgeraucht… naja, vielleicht war das auch einfach ne gute alternative zu wc-frischedüften ^^

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