Keine Nachtzeit im Germanenhof

In der einschlägigen Vorschrift heißt es:

Zur Nachtzeit dürfen die Wohnung, die Geschäftsräume und das befriedete Besitztum nur bei Verfolgung auf frischer Tat oder bei Gefahr im Verzug […] durchsucht werden.

Der kluge Gesetzgeber weiß, daß es unterschiedlich Ansicht über die Bedeutung des Begriffes „Nachtzeit“ gibt. Der Gemüsehändler am Beusselmarkt hat da eine andere Vorstellung als der 30-jährige Langzeitstudent aus Schwaben. Deswegen hat er – der Gesetzgeber, nicht der Schwabe – dafür eine Definition erfunden:

Die Nachtzeit umfaßt in dem Zeitraum vom ersten April bis dreißigsten September die Stunden von neun Uhr abends bis vier Uhr morgens […].

Diesen Text haben auch 280 Polizisten und ihre Sprengstoffsuchhunde gelesen, die heute morgen um 5 Uhr – also für den Studenten mitten in der Nacht – in in Berlin und Brandenburg eine Besuchungsmaßnahme gestartet haben. Es ging einmal mehr um illegale Waffen, die angeblich in Wohnungen, Büros und Lokalen der Hells Angels herumliegen sollen.

In Eberswalde, Fredersdorf, Teltow sowie in mehreren Berliner Bezirken, selbstredend auch im „Germanenhof“ in der Zingster Straße, führten die Polizeibeamten ihre Hunde aus. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen wird berichtet, daß es in keinem Fall zu lautem Gebell gekommen sei und alle schwäbischen Studenten ihre Nachtruhe ungestört fortsetzen konnten.

Ob und gegebenenfalls mit welchen Fundstücken die Asservatenkammern geschmückt werden können, wird wohl noch im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

Update:
Gefunden wurde nichts, nach dem gesucht wurde.