Karussellgeschäfte

Internationale Zollfahnder-Aktion gegen Umsatzsteuer-Betrüger

Deutschen und britischen Zollfahndern ist ein Schlag gegen europaweit agierende Umsatzsteuer-Betrüger gelungen. Allein in Großbritannien seien am ersten Tag der «Operation Sunrise» 22 Verdächtige festgenommen worden, teilte das Zollkriminalamt am 28.08.2006 in Köln mit. Es bestätigte in weiten Teilen einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus». Allein in einem einzigen Betrugsfall in Deutschland betrage der Schaden mindestens 156 Millionen Euro, berichteten die Zollfahnder zeitgleich in Köln und London.

Karussellgeschäfte mit leicht zu transportierenden teuren Waren

Die Betrüger ergaunern die Erstattung der Umsatzsteuer durch so genannte Karussellgeschäfte. Sie verschieben leicht zu transportierende teure Waren wie Handys, Computerfestplatten, Software oder Unterhaltungselektronik zwischen mehreren Staaten, um sich bei der offiziellen Ausfuhr Umsatzsteuer erstatten zu lassen, während sie bei der illegalen Einfuhr keine Steuer zahlen. «Focus» hatte berichtet, dass bei einem Fall in Süddeutschland 280 Millionen Euro Schaden entstanden seien.

Deutschland ermittelt gegen mehrere Verdächtige

Die «Operation Sunrise» dauerte eine Woche. In Deutschland wird nun gegen mehrere Verdächtige ermittelt. Neben Briten sind auch Fahnder aus anderen Ländern an den Ermittlungen beteiligt. Nach zahlreichen Hinweisen während der Aktion wolle man nun gegen die Organisatoren, Geldgeber und Hintermänner der Karussellgeschäfte vorgehen.

Das gibt wohl wieder reichlich neue Mandate für Wirtschaftsstrafrechtler.

Quelle: beck aktuell

Ein Gedanke zu „Karussellgeschäfte“

  1. Ich habe den Verdacht daß mir ein Unternehmen bekannt ist dass sogenannte Karusselgeschäfte betreibt, in konkreten Fall mit Mobiltelefonen. Monatlich werden schätzungsweise ca. 50.000 bis 100.oo0 Telefone in verschiedene Europäische Länder transportiert.

    Hypowatch

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