Herbeigeredete Fluchtgefahr – oder, worauf Haftrichter sitzen

Mal wieder so ein Beispiel aus der haftrichterlichen Praxis. Eine Vielzahl von Haftrichtern verschließt die Augen, Ohren und sonstigen Sinne vor dem, was von den Obergerichten vorgegeben wird.

Burhoff formuliert so schön:

Nach inzwischen wohl übereinstimmender Meinung aller Obergerichte kann allein mit einer (hohen) Straferwartung die Fluchtgefahr nicht begründet werden. Sie ist vielmehr grundsätzlich nur der Ausgangspunkt für die Erwägung, ob der in ihr liegende Anreiz zur Flucht auch unter Berücksichtigung aller sonstigen Umstände so erheblich ist, dass die Annahme gerechtfertigt erscheint, der Beschuldigte werde ihm nachgeben und wahrscheinlich flüchten.

Interessiert doch keinen Haftrichter, so auch gestern nicht den Haftrichter des Amtsgerichts Braunschweig. Da wird mal kurz geschaut, um welches Delikt es geht, dann kurz prognostiziert, dass es dafür eine hohe Strafe geben kann, und zack, und weg, der Feierabend ruft.

Wozu gibt es eigentlich eine „übereinstimmende Meinung aller Obergerichte“, wenn sich die Haftrichter mit den hinteren unteren Körperregionen darauf niederlassen?