Haftentschädigung für vorbereitete Geschäfte wird abgelehnt

15 Monate saß der Mandant zu Unrecht im Knast. Irgendwann wurde während der laufenden Hauptverhandlung nach ca. 40 Verhandlungstagen der Haftbefehl aufgehoben. Nach mehr als 50 Verhandlungstagen wurde er dann freigesprochen.

Unmittelbar vor seiner Verhaftung hatte er in der Ukraine Hotelkontingente angemietet und bezahlt, in Deutschland hatte er Kontakt zu einem Reisebüro, über das die Kontingente kurzfristig belegt worden wären. Ein gutes und sicheres Geschäft. Durchgeführt wurde es dann aber wegen der Verhaftung des Mandanten nicht.

Das Landgericht Koblenz ließ heute in der mündlichen Verhandlung durchblicken, dass man keineswegs geneigt sei, diesen Schaden anzuerkennen. Das Geschäft sei eine bloße Hoffnung gewesen, konkrete Kunden könne man nicht benennen, also gibt es weder die vorausbezahlten und verlorenen Kontingentkosten noch die zu erwartenden Gewinne aus der Belegung.

Dass das alles nur deshalb so gekommen ist, weil der Mandant überraschend und zu Unrecht verhaftet wurde, entfleucht dem landeskassentreuen Tunnelblick.