Gericht und Technik

Wie hier schon berichtet, hatte ich mich heute mit irren Geschichten im Amtsgericht Danneberg zu beschäftigen. Nach der Vernehmung von beinahe zehn Zeugen sollte dann das Highlight folgen, das Ansehen eines Videofilms, das Unfallgeschehen war zum Teil aufgezeichnet worden.

Videorekorder und Fernseher auf dem Richtertisch, alle Zeugen waren geblieben, einige Zuschauer und Prozessbeobachter waren auch noch da.

Aber die Technik wollte nicht. Es wurden die Kabel kontrolliert, Fernbedienungen nahbedient, Knöpfe gedrückt, Köpfe rauchten – es half nichts. Ein anderer Fernseher musste her. Auch das klappte noch, nicht aber das Ansehen des Films.

Es wurde herumgerätselt, die Richterin meinte, man könne ja mal bei der Polizei anrufen. Gesagt, getan, die hatten tatsächlich noch einen Videorekorder, den dann ein Gerichtswachtmeister abholte. Wieder gebaut, und, man glaubt es kaum, der erste Versuch klappte. Die Aufnahme war schlecht und dunkel, alle wollten den Film nochmals sehen. Nun streikte aber auch der polizeiliche Videorekorder.

Nun dürfen die Prozessbevollmächtigten versuchen, ob sie das Ding zum Laufen bekommen.

3 Gedanken zu „Gericht und Technik“

  1. Konnten Sie dann den Film noch einmal gucken.
    Oder bringen Sie zum nächsten Termin Ihren eigenen Videorekorder und Fernseher mit zu meinem Haus- und Hofgericht?
    Falls ein neuer Termin anberaumt ist, sagen Sie Bescheid, eine solche Kinovorführung würde ich mir ungern entgehen lassen.

  2. Bei mir konnte ich mir den Film ansehen. Also kein großes Theater im Gericht. Falls da doch noch Tango getanzt wird, werde ich mich melden.

  3. BTW: Ich vertrete dort übrigens, wie nicht selten, einen Polizeibeamten. Das für all die Animosi.. äh, Anonymen, die meinen, ich würde auf selbigen nur herumhacken.

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