Geborgenheit im Knast

Seit er Rentner ist und arm und einsam, ist er kriminell und dauernd im Gefängnis. Wie viele andere Alte auch.

Er sucht Geborgenheit.

Eigentlich sei es ihm gar nicht so sehr ums Geld gegangen, als er mit 65 Jahren seine erste Bank überfiel.

Es gibt sie tatsächlch: Menschen, denen es so dreckig geht, daß sie das Leben im Knast dem Leben in Freiheit vorziehen. Antje Hildebrandt berichtete darüber im Tagesspiegel.

Mich hat einmal ein knapp 70-jähriger Mandant, der in der Untersuchungshaft saß, gefragt, ob eine Verteidigung denn überhaupt noch Sinn mache. Es sei doch egal, ob er nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder wegen Mordes verurteilt werde. Beides führe bei ihm doch ohnehin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Erschütternd.