Fiat iustitia, et pereat mundus

Wilhelm Brause wurde beim Klauen erwischt. Aus dem Polizeibericht:

Vor Ort eingetroffen erwartete der Ladendetektiv, Herr BULLMANN, uns bereits und schilderte folgenden Sachverhalt:

Gegen 21.30 Uhr habe er den Tatverdächtigen Herrn BRAUSE dabei beobachtet, wie er in den Verkaufsräumen des dortigen Rewe eine Packung Käse öffnete und in die Jackentasche steckte.

Nachdem der Tatverdächtige den Kassenbereich passierte ohne zu zahlen, wollte Herr BULLMANN ihn ansprechen, hierbei versuchte Herr BRAUSE kurz wegzulaufen, dies gelang ihm jedoch nicht, da Herr BULLMANN ihn festhalten konnte.

Es geht also um den einfachen (versuchten) Diebstahl eines Stücks Käse. Im Wert von 2,22 Euro. Und ab geht das wilde Ermittlungsverfahren.

Da Herr Brause in leicht lösbaren Wohnverhältnissen lebt, war es nicht ganz so trivial, ihm die Anklageschrift schlicht durch die Post zuzustellen. Drei oder vier Versuche scheiterten. Es wurde also – aus Sicht des Strafrichters – ein „besonderer Wachtmeister“ erforderlich, der mit Hausermittlungen beauftragt wurde. Nachfolgend dessen Bericht:

Käsedieb 550x701 Fiat iustitia, et pereat mundus

Es liegt auf der Hand: Es wäre der Untergang des Abendlandes, wenn man solche Leute wie diesen gemeinen Käsedieb Wilhelm Brause einfach laufen lassen würde. Wo kämen wir da hin, wenn das jeder machen würde!

Nur vorsorglich: Nein, bei der Berliner Strafjustiz arbeiten keine Pferdehändler des 16. Jahrhunderts und es heißt dort auch niemand Michael Kohlhaas.