Der Verteidiger als Gehilfe der Staatsanwaltschaft?

In einer Wirtschafts-Strafsache verteidige ich einen Ausländer, der seinen Sitz auch in seiner Heimat hat. Die (deutsche) Staatsanwaltschaft hat den „Verantwortlichen der Firma Bullmann Enterprice“ mitgeteilt:

Es ist Anzeige gegen Sie erstattet worden.

Ich habe mich darauf hin bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und mitgeteilt, daß ich den Verantwortlichen der Firma Bullmann Enterprice vertrete und habe Akteneinsicht verlangt. Die habe ich auch erhalten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es nicht notwendig, mit einer Verteidigungsschrift Stellung zum Tatvorwurf zu nehmen. Ich betreibe insoweit also derzeit eine Verteidigung durch aktives Nichtstun.

Nun schreibt mir die Staatsanwaltschaft:

Sehr geehrte Damen und Herren! Es wird um Mitteilung der genauen und vollständigen Personalien des Beschuldigten Wilhelm Brause gebeten.

Lieber Herr Staatsanwalt. Der Ermittler sind Sie, ich bin nur ein kleiner Strafverteidiger. Und vor allem bin ich kein Mandantenverräter.

Versuchen kann man es ja einmal. Das ist übrigens eine tolle Idee: Der Staatsanwalt bittet den Verteidiger um Informationen. Das führt zur Verurteilung des Mandanten und zur Einleitung eines neuen Ermittlungsverfahrens – gegen den Verteidiger.