Der Mantel im Wind

Wenn der bestechende Betrüger zum Kronzeugen wird

Er war ein Unternehmer, der einen Großteil seiner Aufträge für Behörden ausführte. Er war erfolgreich und wohlhabend, weil er zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Entscheidungsträgern richtig viel Kohle gab, er war ein bestechender Betrüger.

Das zum erfolgreichen Bestechen und Betrügen auch gekonntes Lügen gehört, muss nicht vertieft werden. Er selbst und mehrere empfängliche öffentliche Entscheidungsträger wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Nun bleiben Restposten von angeblichen Vorteilsnehmern, die wegen Bestechlichkeit und Vorteilsannahme “abgearbeitet” werden. Einige bestreiten energisch, von dem Bestecher geschmiert worden zu sein, im Gegenteil, sie behaupten, von ihm angeschwärzt worden zu sein, gerade weil sie nicht empfänglich und schmierbar waren.

Und ganz plötzlich wird der verbrecherische Bestecher zum Haupt- und Generalzeugen der Staatsanwaltschaft, dem man schon deshalb glauben muss, weil er ja angeblich immer  die Wahrheit gesagt hat (nachdem man ihm auf die Schliche gekommen war).

Dass notorische Lügner und Betrüger möglicherweise auch nach dem Erwischtwerden zum Teil weiter lügen, vielleicht, um jetzt Vorteile als “Kronzeuge” zu sammeln, und dass in solcher Situation der Satz “in dubio pro reo” eine Rolle spielen könnte, rutscht plötzlich völlig aus dem Vorstellungsvermögen der Staatsanwaltschaft.

Das Mäntelchen im Winde des Gewünschten!

Sieht so eine Staatsanwaltin aus?