Der Anfangsverdacht: das unbekannte Wesen

Es beginnt so, wie es bei diesen Junkie-Lebensbeichten immer beginnt. Der geläuterte Kiffer sitzt warm und trocken hinter schwedischen Gardinen und erzählt, was er so weiß oder zu wissen glaubt. Es werden alle möglichen Bekannten als Dealer verpfiffen.

Zu meinem Mandanten sagt er nur, daß der auch regelmäßig handeln würde und seine Stammkunden hätte. Er würde aber schlechtes Zeug verkaufen. Den darin liegenden Widerspruch, daß man mit schlechter Ware kaum Stammkundschaft aufbauen kann, erkennt keiner.

Taten, Zeiten, Mengen, Käufer oder andere interessante Sachen, die man zur Konkretisierung brauchen könnte, erzählt er nicht.

Gleichwohl reicht dies einem Richter für einen Durchsuchungsbeschluß. Als Begründung dient sinngemäß die Lebensweisheit „Schaun mermal, dann sehn mers schon!“ Es war aber nichts zu sehen, bei der Durchsuchung wurde nichts gefunden, was meinen Mandanten belastet.

Nun bin ich mal gespannt, ob der „Kronzeuge“ nicht noch so lange befragt wird, bis ihm genaue Daten einfallen…

Ein Gedanke zu „Der Anfangsverdacht: das unbekannte Wesen“

  1. Auf diese art und weise habe ich auch mal Besuch von netten Beamten bekommen. Natürlich haben die mich schön mit vier Mann von der geraden frisch angefangenen Lehrstelle abgeholt.
    Da sie dann nichts finden konnten, haben sie halt mal Großvaters Pfeifensammlung eingepackt. Man kann ja nie wissen….

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