Den Falschen erwischt

Am Nachmittag des 4. April 2007 griffen acht Jugendliche einen 23-Jährigen in der Potsdamer Straße in Tiergarten an.

Der Angegriffene, bei dem es sich um einen Polizisten außer Dienst handelte, war in Begleitung einer 24-Jährigen unterwegs, als ihn die Täter gegen 14 Uhr 15 ohne erkennbaren Grund umringten und mit Faustschlägen und Fußtritten attackierten. Der 23-Jährige wehrte sich und brachte sich erst dann in Sicherheit, als einer der Angreifer ein Messer zückte. Die Täter bewarfen ihn mit Dosen und Flaschen und flüchteten, als der Attackierte über sein Handy die Polizei alarmierte. Beamte einer Zivilstreife waren inzwischen darauf aufmerksam geworden, riefen über Funk Verstärkung herbei und kamen ihrem Kollegen zu Hilfe. In der Lützowstraße ergriffen die Polizisten zwei 13 und 15 Jahre alte Täter und übergaben sie nach Anzeigenerstattung den Erziehungsberechtigten. Der 23-Jährige erlitt bei dem Angriff mehrere Prellungen und begibt sich selbst in ärztliche Behandlung.

Die Ermittler gehen Hinweisen nach, wonach einer der Täter den Angriff mit seinem Mobiltelefon gefilmt haben soll.

Quelle: Polizeiticker auf berlin.de

Das scheint ein gut trainierter Beamter gewesen sein, den sich die 8 Jungens da ausgesucht haben.

Kinderpornografen bei der Polizei

Im Zusammenhang mit einem bei der Berliner Staatsanwaltschaft geführten Verfahren wegen des Besitzes von Kinderpornographie durchsuchten Beamte des Berliner Landeskriminalamtes heute früh die Wohnungen von vier Berliner Polizisten in Pankow, Lichtenberg, Reinickendorf und Neukölln. Die dabei gefundenen und beschlagnahmten Computer und Datenträger werden ausgewertet, die Ermittlungen dauern an. Die Polizei verzichtet ab sofort auf die Dienste von drei der Beamten, ein Verbot der Amtsausübung ist gegen sie beantragt worden. Beim vierten Polizisten werden dienstrechtliche Maßnahmen geprüft.

Quelle: Polizeiticker auf Berlin.de

Die Ermittlungen werden auch noch länger andauern. In Berlin braucht man regelmäßig zwischen einem und zwei Jahren, um sich einen Computer anzuschauen. Vielleicht bekommen die „Kollegen“ eine Sonderbehandlung. Zu wünschen wäre es, denn so ein Vorwurf ist ein heftiger, so daß langwierige Ermittlungen eine zusätzliche Belastung für alle Beteiligten darstellt.

Foto: MDR: Das schmutzige Geschäft mit Kinderpornographie

Tödliche Eskalation

Ein Polizist aus Berlin hat Mittwochabend einen 28-jährigen Mann in Nauen (Brandenburg) erschossen. Nach bisherigem Ermittlungsstand bemerkte der 24-jährige Beamte drei Männer, die vor dem Bahnhof randalierten. Sie sollen gegen 21 Uhr Glasscheiben der drei Bushaltestellen mit einem Nothammer aus dem Zug eingeschlagen haben. Nach einer Verfolgung der Täter habe der Polizist einen der Männer erschossen, sagte Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann in Potsdam.

Quelle: taz

Rechtsbeugungsverdacht wegen Knöllchenquoten

Polizisten fühlen sich zunehmend unter Druck gesetzt, mehr Strafzettel zu verteilen. So genannte Zielvereinbarungen schreiben den Beamten vor, wie viele Verkehrsverstöße sie mindestens ahnden sollen. Außerdem werden Listen über die Einnahmen aus Buß- und Verwarnungsgeldern geführt. Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert solche „Knöllchen-Quoten“.

Weil auch seine Behörde am Tabellenende lag, habe der Aachener Polizeipräsident seine Beamten angewiesen, mehr Verwarn- und Bußgelder zu verhängen, so die Deutsche Polizeigewerkschaft. Zwei Polizeibeamte verteilten daraufhin über Nacht in einer ruhigen Wohnstraße 88 Knöllchen wegen Parkens in falscher Fahrtrichtung – eine Maßnahme, die nach Einsprüchen zurückgenommen wurde. Der Polizeipräsident sprach von einem „Missverständnis“ seiner Beamten.

Quelle: zdf

Und schon berichtet ein Polizeibeamter Erfreuliches:

Was den Aachener Polizeipräsidenten angeht, so habe ich im Radio um 16 Uhr gehört, dass ihn jemand wegen Rechtsbeugung angezeigt hat und der Staatsanwalt ermittelt.
Die ruhige Wohnstraße soll in einem Viertel gewesen sein, wo nur gut betuchte Menschen wohnen.

In meiner Behörde ( irgendwo in NRW ) wird den Dienstgruppen in meiner PI ( irgendwo in einer Behörde in NRW ) 200 Tätigkeiten pro Dienstgruppe und Monat vorgeschrieben.
Neulich hat der Pressesprecher meiner Behörde im örtlichem Reginalsender die Existenz solcher Vorgaben rotzfrech geleugnet.

Quelle: copzone.de

Nicht uninteressant, wenn die Herrschaften übereinander herfallen.

Haftgrund der Popularität

Um 14.25 Uhr geklaut und 30 Minuten später schon gefasst, so erging es gestern (27.01.07) einem 26-jährigen, wohnsitzlosen Mann aus Kassel. Was war passiert?

In einem Drogeriemarkt des ICE-Bahnhofes Kassel-Wilhelmshöhe hatte der 26-Jährige eine Tüte Bonbons aufgerissen und sich einen Teil des Inhaltes in seine Tasche gesteckt. Den Marktleiter, der den Ladendieb dabei beobachtet hatte, stieß der Langfinger zur Seite, anschließend flüchtete er.

Der geschockte Fialleiter verständigte sofort die Bundespolizeiinspektion Kassel. Eine sofort eingeleitete Fahndung brachte schnellen Erfolg. Mit Unterstützung des Polizeipräsidiums Nordhessen konnte der Täter, dank einer guten Personenbeschreibung, schnell gefasst werden.

Eine Streife der Kasseler Polizei hatte den Mann am Rathaus entdeckt und sofort festgenommen. Bei einer Gegenüberstellung mit dem Marktleiter, konnte der Festgenommene zweifelsfrei als Täter identifiziert werden.

Der 26-Jährige wurde bei der Bundespolizeiinspektion Kassel vernommen und erkennungsdienstlich behandelt. Nach den polizeilichen
Maßnahmen wurde der Dieb, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kassel, in die Krankenabteilung der Justizvollzugsanstalt (JVA)
Kassel eingeliefert, da der Mann, den eigenen Angaben zu Folge, Epileptiker und Drogenkonsument sei.

Am Sonntag wird er dem Haftrichter vorgeführt. Bis dahin übernachtet der 26-Jährige in der JVA und das alles wegen ein paar Bonbons. Schaden zwei Euro.

Quelle: presseportal.de/polizeipresse/

Da freut sich die Polizei und natürlich insbesondere das Volk. Drogenabhängiger Kranker wegen Diebstahl in den Knast. Das gefällt.

Dass bei einem Schaden von 2,00 €, selbst wenn es sich um einen räuberischen Diebstahl handeln sollte, im Leben kein Haftgrund vorliegt, jedenfalls der Vollzug von Untersuchungshaft mit Sicherheit unverhältnismäßig ist, interessiert natürlich kaum einen Beteiligten oder Unbeteiligten.

Der Hinweis des Anwohners

Ein Hinweis eines Anwohners führte die Beamten der Direktionshundertschaft 6 gestern auf die Spur eines 24-Jährigen, der in seiner Wohnung in der Stollberger Straße in Hellersdorf offenbar mit Rauschgift handelte. Gegen 18 Uhr 40 überprüften die Ermittler einen 25-Jährigen, der Betäubungsmittel bei sich hatte. Bei einer Durchsuchung fanden die Polizisten Waffen und verschiedene Substanzen, die noch untersucht werden müssen. Nach Anzeigenerstattung wurde die Verdächtigen entlassen.

Sie funktionieren offenbar immer noch, die alten Strukturen im alten Ostberliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Ich bin gespannt, um welche „Waffen“ und um welche „Substanzen“ es sich handelte, die da die Aufmerksamkeit eines Spitzels Nachbarn auf sich zog.

Auch die Kripo arbeitet mit Google-Earth

… naja, jedenfalls dann, wenn ein Rechner vorhanden ist, der mit Internet einem Internetzugang verbunden ist. Aber wenn der gerade nicht im Vernehmungszimmer steht, tut es eine Offline-Variante ja auch. Das Ziel hat die Mordkommission jedenfalls erreicht – wenngleich auch mit einem kleinen bisschen Hilfe eines (sonst nur die Polizeiarbeit störenden 😉 ) Verteidigers:

Nach Entführung – 63-jährige Frau von Spezialeinsatzkommando unverletzt befreit

Die Entführung einer 63-jährigen Frau ist heute früh glimpflich zu Ende gegangen. Intensive Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft führten auf die Spur der Täter, die festgenommen wurden. Gegen 0 Uhr 30 konnte das Opfer von Beamten eines Spezialeinsatzkommandos unverletzt befreit werden.

Weiteres und auch die „Such“-Bilder im Polizeiticker auf berlin.de

Die Urheberrechtler mögen darüber diskutieren, ob die freundliche Pressestelle da alles richtig gemacht hat.

Gnadenlos gegenüber Raubkopierern

Wohnungsdurchsuchung, Sicherstellung von High-End-Computer nebst Zubehör, Ermittlungsverfahren gegen einen selbständigen Tontechniker, der ohne den Computer und ohne die dort gespeicherten Daten seinen Laden schließen kann. Das volle Programm also.

… weil er ein einziges Mal auf einem illegalen Fileserver eine Software im Wert von 39,00 € (neunundreißigkommanullnull Euro) unter Verletzung des Urheberrechts runtergeladen hat.

Der Mandant wurde anhand seiner IP Nummer ermittelt, die auf dem Fileserver abgelegt war.

Ich konnte es nicht glauben, bis ich diesen Beschluß hier sah. Es ist nicht zu fassen, was diese Staatsgewalt mit unserem schönen Grundgesetz macht.

Ein in diesem Zusammenhang interessanter Vermerk der Polizeibeamtin:

Es wird darauf hingewiesen, daß mit einer Auswertung der Rechnerdaten aufgrund der hiesigen Vorgangsbelastung frühestens in 18 Monaten zur rechnen ist.

Ich hätte da ja mal eine Idee, wie man die „Vorgangsbelastung“ reduzieren könnte. Mann-o-Mann!

Buschmann

Meinem Mandeten wird eine gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Es ging um den „besten“ Liegeplatz im Strandbad. Mein Mandant hat aus einem nahe gelegenen Busch eine Art Besen gepflückt und damit den Besetzer von „seinem“ Platz verscheucht.

Selbst verständlich muß der Ast als Tatwerkzeug asserviert werden:

Ast

Ich würde ja gern mal da hineinschauen, was da sonst nocn für eine Fauna Flora in der Asservatenkammer vor sich hinblüht.