Brandursache ungeklärt

Gebrannt hat es im vergangenen Jahr. Schaden ca. 500.000 Euro. Vermutet wird, dass der Brand durch Dacharbeiten am Gebäude verursacht wurde. Die Einholung eines Brandgutachtens unmittelbar nach dem Vorfall hielt die StA nicht für erforderlich. Das Gutachten der beteiligten Haftpflichtversicherung stellte unterschiedliche Möglichkeiten der Brandverusachung dar. Hieraus zimmerte die StA einen Strafbefehl gegen meinen Mandanten, einen Dachdecker, der am Brandtag auf dem Dach Arbeiten verrichtete und warf ihm fahrlässige Brandstiftung vor, entweder, indem er Möglichkeit 1 getan oder Möglichkeit 2 unterlassen habe. Eine solche Form der Wahlfeststellung war mir bis dato fremd.
In der Hauptverhanmdlung über den Einspruch wurden eifrig Zeugen vernommen, u.a. auch der Sachverständige der Haftpflichtversicherung, der seinen Vermutungen zur Brandursache nochmals Ausdruck verlieh. Wer nun denkt, dass das Verfahren seine Beendigung gefunden hat, irrt. Einer Verfahrenseinstellung nach § 153 StPO wollte der Sitzungsvertreter der StA nicht zustimmen, da er nicht Sachbearbeiter sei. Nun ist das Verfahren ausgesetzt und es wird ein Brandgutachten eingeholt. Man darf gespannt sein, ob die Erkenntnismöglichkeiten sich ein Jahr nach dem Brand wesentlich gebessert haben.

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