Amtsgericht Salzgitter: 90 Tagessätze für Labertasche

Der Mandant ist einfach nur davon überzeugt, dass er gaaanz viel weiß und zu allem etwas sagen muss. Er hört sich gern reden und hält sich für oberschlau. Dazu kommt noch eine aufgesetzte Freundlichkeit, die beinahe erschlägt.

Mit solch einem Naturell ausgestattet, ist man natürlich ein williges Opfer von vernehmenden Polizeibeamten. Der Mandant wird erwischt mit einer kleinen Menge Haschisch in der Tasche. Da er nicht vorbestraft ist, hätte die Staatsanwaltschaft das Verfahren mit Sicherheit eingestellt. Aber wenn man dann anfängt zu reden, und den Vernehmungsbeamten ohne Not und ohne jeden Vorhalt brühwarm erzählt, dass man in den letzten zwölf Monaten etwa 20 solcher Einkäufe getätigt hat, darf man sich nicht wundern, dass man zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt wird.

Der Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft wollte sogar eine Bewährungsstrafe, das wenigstens konnte noch verhindert werden. Ich hoffe nur, dass meinem Mandanten für die Zukunft das Labern vergangen ist.