635.000 Euro teure Persönlichkeitsverletzung

376546_web_R_by_Hartmut910_pixelio.deDas Landgericht Köln hat dem „Medienhaus Axel Springer“ attestiert, rücksichtslos mit den Persönlichkeitsrechten anderen umgegangen zu sein. Die penetranten Schreihälse aus dem Springer-Hochhaus wurden heute verurteilt, an Herrn Jörg Kachelmann 635.000 Euro zu zahlen – der symbolische Ausgleich für rechtswidriges publizistisches Mißverhalten.

Die Meinungs- und Pressefreiheit des Art. 5 GG ist kein rechtsfreier Schutzraum für die Meister der Tiefschlagzeilen. Die Journaloiden aus dem Hause Springer leisten dem für unsere Demokratie schlechthin konstituierenden Grundrecht immer wieder Bärendienste und versuchen die Entleerung ihrer verbalen Kathederbeutel mit der Freiheit der Berichterstattung zu rechtfertigen. Das Landgericht Köln hat mit dem „Schmerzensgeld“ in dieser Rekordhöhe eindrucksvoll gezeigt, daß die Würde eines Menschen nicht nur ein Konjunktiv ist.

Die 635.000 Euro tun dem Springer-Konzern sicherlich nicht sonderlich weh. Die damit verbundene Mißbilligung dieser wiederholten Rechtsbrüche hingegen wird die #FieseFriede aber sicherlich spüren.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Trotzdem schon mal meinen Glückwunsch an Herrn Jörg Kachelmann und seinen Prozeßbevollmächtigten, Herrn Rechtsanwalt Ralf Höcker, für diesen Etappensieg.

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