Verteidigerpost wird in der JVA Tegel gelocht

18. Januar 2007

Die Justizvollzugsanstalt Tegel hat mitgeteilt, dass bei der Verteidigerpost ab sofort bei ihrem Eingang in der Anstalt das Adressfeld oder der Stempelaufdruck „Verteidigerpost“ gelocht werden.

Die JVA Tegel teilt als Grund für diese Maßnahme mit, dass sich die Verteidigerpost, deren Überwachung nach § 29 Abs. 1 StVollzG ausgeschlossen ist, als besonders geeignet für das Einschleusen von illegalen Gegenständen oder Substanzen erwiesen habe. Die Anschreiben und Briefumschläge des Verteidigers werden von den Insassen unentdeckt aus der Anstalt gebracht, um sie dann durch Dritte zweckentfremdet wieder verwenden zu lassen.

Quelle: Mitteilungen der Rechtsanwaltskammer Berlin

RA Carsten R. Hoenig | Allgemeines, Knast | Kommentare | Trackback Zum Seitenbeginn springen

8 Kommentare zu “Verteidigerpost wird in der JVA Tegel gelocht”

  1. 01

    - gehört zwar nicht unbedingt hierher, aber der Link “Internetstrafrecht” oben links klemmt.

    RA J. Melchior am 18. Januar 2007 um 13:03
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  2. 02

    Besten Dank! Aber “bei mir” klemmt nichts – mit IE6 und aktuellem Firefox.

    RA Carsten R. Hoenig am 18. Januar 2007 um 13:08
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  3. 03

    Hm, was macht so einen “Verteidigerpost-Umschlag” eigentlich so besonders das mann ihn lochen bzw entwerten müsste? Ich meine, einen Briefumschlag mit der gefälschten Absenderadrese eines Strafverteidigers zu versehen ist doch nicht so aufwendig, oder?

    Ingmar Greil am 18. Januar 2007 um 13:12
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  4. 04

    O.K., stimmt. Bekanntlich bin ich bekennender OPERA-Fan. Aber wie man das hinkriegt, dass ein Link unter dem Schrottbrowser IEX und unter FiFo läuft, unter Opera aber nicht, bleibt mit schleierhaft ;-)

    RA J. Melchior am 18. Januar 2007 um 13:24
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  5. 05

    @ Ingmar Greil:
    Eben deswegen bemüht sich die JVA-Verwaltung ja, die Löcher wenigsten dort zu stopfen, wo es möglich ist.

    RA Carsten R. Hoenig am 18. Januar 2007 um 14:55
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  6. 06

    @ Ingmar
    Es gibt Verteidiger, die stempeln “Verteidigerpost” auf den Umschlag. Wenn dann die Briefmarke gestempelt ist, ist der Umschlag “verbraucht”. Kannst du nichts mehr mit anfangen.
    Es gibt aber auch Post, da hast “Verteidigerpost” im Fenster überm der Adresse stehen und klein die Adresse des Anwalts. Dieses Anschreiben könntest du irgendwie “raus” geben und mit “leckeren Sachen” gefüllt in einem neuen Umschlag wieder reinschicken lassen. Ist ein Loch im Adressfeld, ist auch dieses Anschreiben “verbraucht”.

    Gute Idee finde ich. Besser noch, als Briefe vorher zu durchleuchten oder ähnliches.

    Claudia am 19. Januar 2007 um 11:09
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  7. 07

    @ Claudia
    Aus diesem Grunde haben die Berliner Strafverteidiger dem Procedere auch ihren Segen erteilt.

    RA Carsten R. Hoenig am 19. Januar 2007 um 11:33
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  8. 08

    @ Carsten
    Ich habe diese Idee auch schon an die JVA weitergemailt, in der ich mal meine Verwaltungsstation absolviert habe. Da trat das Problem in “meiner” Zeit nämlich auch massiv auf.

    Claudia am 20. Januar 2007 um 20:14
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