Plädoyer wie geleckt – leider abgelesen

12. September 2006

Das war die Stunde des Staatsanwaltes. In einem Verfahren wegen Doppelmordes vor dem Landgericht Braunschweig, bei dem einer der Angeklagten nicht geständig ist, wurde den Zuhörern ein inhaltliches und grammatikalisches Wunderwerk der Sprachkunst abgeliefert – leider nur abgelesen, keine freie Rede, kleine Ablesefehler, vielleicht hätte man die Interpunktion auch noch gleich vorlesen sollen, dann wäre auch das letzte Leben aus dieser Lesestunde gewichen.

Sei es wie es sei, Beschäftigung mit den eigenen Thesen, Ausblenden von Widersprüchen, miesepetriges Verdammen eines nicht genehmen Gutachtens – die objektivste Behörde der Welt hat mal wieder gezeigt, dass Einseitigkeit ihr liebstes Hobby ist.

RA Werner Siebers | Prozesse | Kommentare | Trackback Zum Seitenbeginn springen

6 Kommentare zu “Plädoyer wie geleckt – leider abgelesen”

  1. 01

    Das ist mir vor 10 Jahren beim LG Darmstadt auch passiert. Angeklagt war ein versuchter Mord mit einem Rattenschwanz von Sexualdelikten hintendran. Nach mehreren anstrengenden Verhandlungstagen ein letzter Fortsetzungstermin praktisch nur vor die Schlußvorträge. Ich mach mir ein Gerüst, das von Stunde zu Stunde immer marginaler wird um mit freier Rede glänzen zu können, und der Herr OStA liest vom Blatt ab… :-P

    Hermann am 12. September 2006 um 14:00
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  2. 02

    Ist so etwas nicht grottenpeinlich?!

    RA Werner Siebers am 14. September 2006 um 19:59
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  3. 03

    Ist nur ganz schön Lächerlich. Vielleicht wäre ein Job bei als Tagesschausprecher besser.

    Kahlert am 11. August 2007 um 18:01
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  4. 04

    Werner, da stimme ich zu, wie sagt Rudi Karrel immer: Laß Dich überraschen es wird ein Wunder geschen.

    Kahlert am 10. Februar 2008 um 18:20
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  5. 05

    Das ist ja echt sehr lustig:)Das ist sogar peinlich…:)

    Herta am 26. Mai 2009 um 10:38
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  6. 06

    Das ist ja echt sehr peinlich.Es ist eigentlich ganz normal und das ist das schlimmste!Man muss solche Situationen einfach akzeptieren.Danke.

    Sven am 12. Juni 2009 um 09:27
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